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Depression und Erschöpfung

Warnzeichen, Ursachen und was Betroffene und Angehörige tun können

Sie fühlen sich morgens bereits erschöpft. Dinge, die früher selbstverständlich waren, kosten plötzlich viel Kraft. Gespräche strengen Sie an. Die Konzentration fällt schwer. Vielleicht haben Sie weniger Interesse an Dingen, die Ihnen sonst Freude bereitet haben.
Solche Veränderungen können verunsichern. Viele Menschen fragen sich dann: Bin ich einfach nur erschöpft oder könnte eine Depression dahinterstecken?
Nicht jede Erschöpfung ist eine Depression. Ausgeprägte Müdigkeit und fehlende Energie können jedoch zu den Symptomen einer Depression gehören. Entscheidend ist deshalb nicht ein einzelnes Anzeichen. Wichtig sind das Zusammenspiel verschiedener Beschwerden, ihre Dauer und die Frage, wie sehr sie den Alltag beeinträchtigen.
Eine Depression ist behandelbar. Wer über längere Zeit Veränderungen an Stimmung, Energie oder Interesse bemerkt, sollte die Beschwerden deshalb ernst nehmen und fachlich abklären lassen.
Inhalt
Kurze Zusammenfassung des Artikels

Über diesen Ratgeber

Dieser Ratgeber bietet Ihnen fundierte Informationen zu psychischen Belastungen, Problemen und passenden Lösungswegen.
Sie finden Inhalte zu Themen wie Angst, Depression, Stress, Beziehungen, sowie zu Methoden und Formen der Therapien.
Die Artikel werden von unserem Praxis-Team geschrieben.
Themenbereiche und Fachgebiete:
  • Psychologische Beratung
  • Psychotherapie
  • Paartherapie

Was ist eine Depression?

Eine Depression ist eine psychische Erkrankung. Sie unterscheidet sich von vorübergehender Traurigkeit und normalen Stimmungsschwankungen.
Nach Angaben der Weltgesundheitsorganisation WHO gehören eine gedrückte Stimmung oder der Verlust von Freude und Interesse zu den zentralen Merkmalen einer depressiven Episode.
Die Beschwerden bestehen bei einer depressiven Episode während eines grossen Teils des Tages, an fast jedem Tag und über mindestens zwei Wochen.
Zusätzlich können weitere psychische und körperliche Beschwerden auftreten.
Wie stark eine Depression ausgeprägt ist, unterscheidet sich von Mensch zu Mensch. Die WHO unterscheidet depressive Episoden unter anderem nach Anzahl und Schwere der Symptome sowie danach, wie stark das tägliche Leben beeinträchtigt ist.

Welche Warnzeichen können auf eine Depression hindeuten?

Eine Depression kann sich durch unterschiedliche Beschwerden bemerkbar machen.
Mögliche Anzeichen sind:
  • anhaltend gedrückte Stimmung, Traurigkeit oder innere Leere
  • deutlich weniger Freude oder Interesse
  • starke Müdigkeit oder wenig Energie
  • Schwierigkeiten, sich zu konzentrieren
  • Schwierigkeiten, Entscheidungen zu treffen
  • Schlafprobleme
  • Veränderungen von Appetit oder Gewicht
  • ein vermindertes Selbstwertgefühl
  • starke oder übermässige Schuldgefühle
  • Hoffnungslosigkeit gegenüber der Zukunft
  • sozialer Rückzug
  • Gedanken an den Tod oder Suizid
Nicht jede Person erlebt alle diese Beschwerden.
Auch ein einzelnes Symptom bedeutet nicht automatisch, dass eine Depression vorliegt. Für die Beurteilung sind unter anderem Dauer, Anzahl und Stärke der Beschwerden sowie ihre Auswirkungen auf das tägliche Leben relevant.
Eine Diagnose sollte deshalb durch entsprechend qualifizierte Fachpersonen gestellt werden.

Ist starke Erschöpfung bereits eine Depression?

Nein. Erschöpfung allein bedeutet nicht, dass eine Depression vorliegt.
Starke Müdigkeit und wenig Energie gehören zwar zu den möglichen Symptomen einer Depression. Erschöpfung kann aber auch andere Ursachen haben.
Deshalb ist es wichtig, nicht allein anhand von Müdigkeit oder fehlender Energie auf eine Depression zu schliessen.
Besonders aufmerksam sollten Sie werden, wenn zur Erschöpfung weitere Veränderungen hinzukommen. Dazu können eine länger anhaltend gedrückte Stimmung, Interessenverlust, Schlafprobleme, Konzentrationsprobleme oder Hoffnungslosigkeit gehören.
Bei länger anhaltender oder ausgeprägter Erschöpfung kann auch eine ärztliche Abklärung sinnvoll sein. Verschiedene körperliche Erkrankungen, Medikamente, Schlafstörungen und psychische Erkrankungen können mit Müdigkeit und Erschöpfung verbunden sein.

Erschöpfung, Burnout oder Depression?

Burnout und Depression werden im Alltag häufig miteinander in Verbindung gebracht. Medizinisch sind sie jedoch nicht gleichzusetzen.
Die Weltgesundheitsorganisation beschreibt Burnout in der internationalen Klassifikation ICD 11 als ein berufliches Phänomen. Burnout entsteht dort nach der Definition aus chronischem Stress am Arbeitsplatz, der nicht erfolgreich bewältigt wurde.
Die WHO nennt drei charakteristische Bereiche:
  • Erschöpfung oder fehlende Energie
  • zunehmende mentale Distanz zur eigenen Arbeit sowie negative oder zynische Gefühle gegenüber der beruflichen Tätigkeit
  • verringerte berufliche Leistungsfähigkeit
Burnout bezieht sich nach der WHO ausdrücklich auf den beruflichen Kontext. Es wird in der ICD 11 nicht als eigenständige Erkrankung klassifiziert.
Eine Depression ist dagegen eine psychische Erkrankung, die unterschiedliche Lebensbereiche beeinträchtigen kann.
Da sich einzelne Beschwerden überschneiden können, ist eine Selbstdiagnose schwierig. Hinter ausgeprägter Erschöpfung können unterschiedliche Ursachen stehen. Eine fachliche Abklärung kann helfen, diese voneinander zu unterscheiden.

Welche Ursachen kann eine Depression haben?

Für die Entstehung einer Depression gibt es in der Regel nicht die eine Ursache.
Nach Angaben der WHO entsteht eine Depression durch ein komplexes Zusammenspiel sozialer, psychologischer und biologischer Faktoren.
Belastende Lebensereignisse können das Risiko erhöhen. Dazu gehören beispielsweise schwere Verluste, traumatische Erfahrungen oder andere belastende Ereignisse.
Auch die körperliche und psychische Gesundheit stehen miteinander in Verbindung.
Das Institut für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen nennt unter anderem belastende Lebensereignisse, persönliche Lebensumstände und eine erbliche Veranlagung als mögliche Faktoren.
Welche Faktoren bei einer bestimmten Person tatsächlich eine Rolle spielen, lässt sich deshalb nicht pauschal beantworten.

Wie kann eine Depression den Alltag verändern?

Eine Depression kann viele Bereiche des Lebens beeinträchtigen.
Arbeit, soziale Kontakte, Beziehungen und alltägliche Aufgaben können schwerer fallen. Auch Aktivitäten, die früher Freude bereitet haben, können an Bedeutung verlieren.
Betroffene können sich antriebslos fühlen, an sich zweifeln oder Schwierigkeiten haben, sich zu konzentrieren und Entscheidungen zu treffen.
Gerade deshalb sollte eine Depression nicht mit mangelnder Motivation oder fehlendem Willen verwechselt werden. Es handelt sich um eine psychische Erkrankung, für die wirksame Behandlungsmöglichkeiten zur Verfügung stehen.

Was können Betroffene selbst tun?

Selbstfürsorge kann den Umgang mit depressiven Beschwerden unterstützen. Sie ersetzt bei einer behandlungsbedürftigen Depression jedoch keine professionelle Behandlung.
Die WHO empfiehlt unter anderem:
  • möglichst mit Aktivitäten verbunden zu bleiben, die früher Freude bereitet haben
  • Kontakt zu Freunden und Familie zu halten
  • sich regelmässig zu bewegen, auch wenn zunächst nur kurze Spaziergänge möglich sind
  • möglichst regelmässige Schlafgewohnheiten beizubehalten
  • möglichst regelmässig zu essen
  • mit einer vertrauten Person über die eigenen Gefühle zu sprechen
  • Alkohol zu vermeiden oder zu reduzieren
  • keine illegalen Drogen zu konsumieren
  • professionelle Hilfe in Anspruch zu nehmen
Wichtig ist, realistische Schritte zu wählen.
Wer sich stark erschöpft fühlt, muss nicht versuchen, den bisherigen Alltag mit unveränderter Leistung fortzuführen.
Entscheidend ist vielmehr, Beschwerden ernst zu nehmen und Unterstützung zu suchen, wenn sie anhalten oder das tägliche Leben deutlich beeinträchtigen.

Wann sollte professionelle Hilfe gesucht werden?

Wenn Sie vermuten, dass Sie an einer Depression leiden, sollten Sie sich an eine medizinische oder psychologische Fachperson wenden.
Das gilt besonders, wenn Beschwerden über mindestens zwei Wochen bestehen, sich verstärken oder Arbeit, Beziehungen und Alltag deutlich beeinträchtigen.
Eine professionelle Abklärung kann dabei helfen festzustellen, ob tatsächlich eine Depression oder eine andere Ursache vorliegt.
Für Depressionen stehen wirksame Behandlungsmöglichkeiten zur Verfügung.
Zu den etablierten psychologischen Behandlungen gehören nach Angaben der WHO unter anderem die kognitive Verhaltenstherapie, die interpersonelle Psychotherapie, die Verhaltensaktivierung und problemlösende Therapieansätze.
Abhängig von Schweregrad und individueller Situation können auch Medikamente eingesetzt werden.
Welche Behandlung geeignet ist, sollte individuell mit qualifizierten Fachpersonen besprochen werden.

Wie können Psychotherapie und psychologische Beratung unterstützen?

Wer unter anhaltenden psychischen Beschwerden leidet, sollte zunächst klären lassen, welche Form der Unterstützung zur persönlichen Situation passt.
Bei einer Depression stehen psychotherapeutische Behandlungsmöglichkeiten zur Verfügung.
In der Praxis CareTeam bieten wir Psychotherapie für Menschen mit ärztlicher Anordnung an.
Daneben bieten wir psychologische Beratung für Selbstzahlerinnen und Selbstzahler an. Diese kann beispielsweise bei persönlichen Belastungen, schwierigen Lebenssituationen oder Fragen hilfreich sein, bei denen keine ärztlich angeordnete Psychotherapie erforderlich ist.
Wenn Sie nicht sicher sind, welche Form der Unterstützung für Ihre Situation geeignet ist, kann dies zunächst gemeinsam geklärt werden.
In der Praxis CareTeam in Basel begleiten wir Menschen mit unterschiedlichen psychischen Belastungen.
Dabei steht Ihre persönliche Situation im Mittelpunkt. Gemeinsam kann geklärt werden, welche Beschwerden Sie wahrnehmen, was Sie aktuell belastet und welche Form der Unterstützung sinnvoll sein kann.
Nehmen Sie jederzeit gerne Kontakt zu uns auf:

Häufige Fragen zu Depression und Erschöpfung

Kann starke Erschöpfung ein Zeichen für eine Depression sein?
Welche Anzeichen sind typisch für eine Depression?
Wie lange bestehen depressive Symptome?
Ist Burnout dasselbe wie eine Depression?
Wann sollte ich wegen Erschöpfung Hilfe suchen?
Wie können Angehörige einen Menschen mit Depression unterstützen?
Was soll ich tun, wenn jemand Suizidgedanken äussert?
Kann psychologische Beratung bei Erschöpfung helfen?

Quellenverweise

Artikelbild: Eigene Erstellung mit KI

Autor

Andreas Saladin
Praxisinhaber, lic. phil. Psychologe

Leben heisst Veränderung und Entwicklung. Viele Menschen durchleben schwierige Phasen im Laufe ihres Lebens; Zeiten die überfordern. In meinen Augen sind dies nicht Zeichen von Schwäche sondern ein Ausdruck von Menschlichkeit. Ich sehe mich als Wegbegleiter für solche anspruchsvolle Phasen und möchte Ihnen die Unterstützung bieten, die es Ihnen erlaubt, zu Ihrer Kraft, Zuversicht und Vertrauen zurück zu finden.
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