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Angst und Panik

Wie sie sich zeigen, was im Körper passiert und in der Therapie hilft

Angst gehört zum menschlichen Leben. Sie warnt uns vor möglichen Gefahren und hilft dem Körper, sich schnell auf eine Reaktion vorzubereiten. Problematisch kann Angst werden, wenn sie unverhältnismässig stark auftritt, lange anhält oder den Alltag zunehmend einschränkt. Das Universitätsspital Zürich unterscheidet entsprechend zwischen normaler Angst als natürlichem Warnsignal und Ängsten, die unbegründet, sehr häufig, lang anhaltend oder unangemessen sind und die Lebensqualität deutlich beeinträchtigen.
Besonders belastend können Panikattacken sein. Die Angst tritt dabei plötzlich und sehr intensiv auf. Begleitend können Herzrasen, Schweissausbrüche, Zittern, Atemnot, Schwindel, Enge in der Brust oder starke Todesangst auftreten. Die körperlichen Beschwerden können so ausgeprägt sein, dass Betroffene zunächst eine körperliche Erkrankung vermuten.
Inhalt
Kurze Zusammenfassung des Artikels

Über diesen Ratgeber

Dieser Ratgeber bietet Ihnen fundierte Informationen zu psychischen Belastungen, Problemen und passenden Lösungswegen.
Sie finden Inhalte zu Themen wie Angst, Depression, Stress, Beziehungen, sowie zu Methoden und Formen der Therapien.
Die Artikel werden von unserem Praxis-Team geschrieben.
Themenbereiche und Fachgebiete:
  • Psychologische Beratung
  • Psychotherapie
  • Paartherapie

Was ist Angst?

Angst ist zunächst eine normale menschliche Reaktion. Sie erfüllt eine Schutzfunktion und hilft uns, mögliche Gefahren wahrzunehmen und darauf zu reagieren.
Von einer Angststörung sprechen Fachpersonen, wenn Ängste über das angemessene Mass hinausgehen und die betroffene Person dadurch deutlich beeinträchtigt wird. Dabei gibt es verschiedene Formen. Dazu gehören unter anderem Panikstörungen, Agoraphobie, soziale Angststörungen, spezifische Phobien und die generalisierte Angststörung. Auch Mischformen können vorkommen.
Angst kann sich deshalb sehr unterschiedlich zeigen. Manche Menschen erleben sie hauptsächlich in bestimmten Situationen. Andere leiden unter anhaltenden Sorgen. Wieder andere erleben plötzlich sehr intensive Angst, ohne unmittelbar einen eindeutigen Auslöser zu erkennen.
Entscheidend ist deshalb nicht allein, ob jemand Angst empfindet. Wichtig ist auch, wie häufig sie auftritt, wie intensiv sie erlebt wird und wie stark sie das eigene Leben beeinflusst.

Wie sich Angst zeigen kann

Angst betrifft nicht nur unsere Gedanken und Gefühle. Sie kann deutliche körperliche Reaktionen auslösen. Mögliche Beschwerden sind beispielsweise:
  • innere Unruhe und starke Anspannung
  • Herzrasen
  • Schweissausbrüche
  • Zittern
  • Übelkeit
  • Muskelverspannungen
  • Enge in der Brust
  • Atemnot
  • Schwindel
  • Schlafprobleme
  • starke Sorgen oder kreisende Gedanken
Welche Symptome auftreten und wie intensiv sie erlebt werden, unterscheidet sich von Person zu Person.
Gerade diese individuelle Betrachtung spielt auch in der psychologischen Begleitung der Praxis CareTeam eine wichtige Rolle. Es geht nicht darum, Menschen nach einem festen Schema zu behandeln. Im Mittelpunkt steht die Frage, was eine Person konkret erlebt, was sie belastet und was sie benötigt.

Was ist eine Panikattacke?

Bei einer Panikattacke tritt starke Angst anfallsartig auf. Sie kann mit ausgeprägten körperlichen Beschwerden verbunden sein. Typisch sind unter anderem Herzrasen, Schweissausbrüche, Zittern, Atemnot und starke Angst.
Für Betroffene können sich diese Symptome sehr bedrohlich anfühlen. Gerade bei einer ersten Panikattacke kann deshalb der Eindruck entstehen, dass körperlich etwas akut nicht stimmt. Menschen können bei ausgeprägten Paniksymptomen beispielsweise einen Herzinfarkt vermuten und deshalb medizinische Hilfe suchen.
Wichtig ist die Unterscheidung zwischen einer einzelnen Panikattacke und einer Panikstörung. Eine Panikattacke kann einmalig auftreten. Bei einer Panikstörung treten wiederholt solche Angstanfälle auf und die Angst kann selbst zunehmend zum Problem werden. Die genaue diagnostische Einordnung gehört in professionelle Hände.

Was passiert bei Angst im Körper?

Bei Angst und starkem Stress laufen im Körper Prozesse ab, die wir nicht bewusst steuern. Das autonome Nervensystem reagiert auf die wahrgenommene Belastung.
Der Sympathikus wird aktiviert. Dieser Teil des Nervensystems bereitet den Körper auf eine schnelle Reaktion vor. Dabei können unter anderem Adrenalin und Noradrenalin ausgeschüttet werden. Das Herz schlägt schneller und stärker. Blutdruck und Blutzuckerspiegel können steigen. Die Atemwege erweitern sich, damit mehr Sauerstoff aufgenommen werden kann.
Das erklärt, weshalb Angst so deutlich körperlich spürbar sein kann.
Herzrasen, eine veränderte Atmung, Zittern oder Muskelanspannung sind keine eingebildeten Beschwerden. Sie können Teil einer tatsächlichen körperlichen Reaktion auf Angst und Stress sein.

Warum Angst körperlich so überzeugend wirkt

Gerade bei Panik können körperliche Empfindungen selbst erneut Angst auslösen.
Körperliche Begleitsymptome können wiederum die Sorge vor einer bedrohlichen körperlichen Erkrankung hervorrufen.
Eine Person spürt beispielsweise starkes Herzklopfen. Das Herzklopfen wird als Gefahr interpretiert. Dadurch steigt die Angst. Gleichzeitig können die körperlichen Reaktionen stärker wahrgenommen werden.
Es kann deshalb hilfreich sein, in der Therapie nicht nur Gedanken und Gefühle zu betrachten. Auch die Frage, was im Körper wahrgenommen wird und welche Bedeutung diesen Empfindungen gegeben wird, kann wichtig sein.

Wenn die Angst vor der Angst entsteht

Nach starken Angsterfahrungen kann sich eine Erwartungsangst entwickeln. Betroffene fürchten dann zunehmend, dass die Angst erneut auftreten könnte.
Diese sogenannte Angst vor der Angst kann dazu führen, dass Menschen Situationen vermeiden, in denen sie eine erneute Angstreaktion erwarten. Dadurch nimmt jedoch auch die Erfahrung ab, solche Situationen bewältigen zu können. Die Angst kann sich dadurch weiter verstärken.
Gedanken können dann beispielsweise sein:
  • Was passiert, wenn es wieder geschieht?
  • Was mache ich, wenn ich unterwegs bin?
  • Was ist, wenn niemand helfen kann?
  • Was passiert, wenn ich die Kontrolle verliere?
Solche Gedanken sind nicht bei allen Betroffenen gleich. Sie zeigen aber, wie stark sich die Sorge vor einer erneuten Angstreaktion auf den Alltag auswirken kann.

Wie Vermeidung den Alltag verändern kann

Vermeidung kann kurzfristig Erleichterung verschaffen. Wer eine gefürchtete Situation nicht aufsucht, erlebt in diesem Moment möglicherweise weniger Angst.
Langfristig kann daraus jedoch ein Problem entstehen.
Betroffene können Situationen zunehmend meiden und dadurch immer weniger Erfahrungen damit sammeln, diese Situationen erfolgreich zu bewältigen. Bei ausgeprägten Angststörungen können dadurch soziale Kontakte, Mobilität und berufliche Aktivitäten erheblich eingeschränkt werden.
Manchmal verändert sich der Alltag deshalb schrittweise.
Eine bestimmte Strecke wird nicht mehr allein gefahren. Ein voller Zug wird vermieden. Eine Einladung wird abgesagt. Manche Orte werden nur noch gemeinsam mit einer vertrauten Person besucht.
Die entscheidende Frage lautet deshalb nicht nur: Wovor habe ich Angst?
Ebenso wichtig ist: Was verändert die Angst bereits in meinem Leben?

Warum manche Menschen lange keine Hilfe suchen

Viele Menschen versuchen zunächst, mit ihrer Angst allein zurechtzukommen.
Betroffene schildern häufig zunächst körperliche Beschwerden. Es kann teilweise längere Zeit dauern, bis sie wegen der zugrunde liegenden Angst professionelle Hilfe suchen. Auch Scham kann dabei eine Rolle spielen. Hinzu kommt die Sorge davor, was in einer Therapie geschehen könnte.
Aus den Gesprächen mit dem Team der Praxis CareTeam wird deutlich, dass manche Menschen Angst davor haben, mit Themen konfrontiert zu werden, über die sie noch nicht sprechen möchten. Deshalb spielt ein individuelles Vorgehen eine wichtige Rolle. Die Begleitung orientiert sich an der Person, ihrer Situation und ihrem Tempo.
Gerade bei Menschen, die Angst vor Kontrollverlust erleben, kann ein verlässlicher und vertrauensvoller Rahmen wichtig sein.

Was in der Therapie bei Angst und Panik helfen kann

Angststörungen können psychotherapeutisch behandelt werden.
Die Universitären Psychiatrischen Dienste Bern bezeichnen die kognitive Verhaltenstherapie aufgrund der Studienlage als Psychotherapie erster Wahl bei Angststörungen. Auch die Schweizer Behandlungsempfehlungen der Schweizerischen Gesellschaft für Psychiatrie und Psychotherapie orientieren sich an evidenzbasierten Leitlinien zur Behandlung von Angsterkrankungen.
Ein wichtiger Bestandteil der Therapie kann zunächst sein, besser zu verstehen, wie die eigene Angst entsteht und wodurch sie aufrechterhalten wird.
Dabei können beispielsweise folgende Fragen betrachtet werden:
  • Was löst die Angst aus?
  • Welche Gedanken treten auf?
  • Was nehme ich im Körper wahr?
  • Welche Situationen vermeide ich?
  • Welche Strategien nutze ich bisher?
  • Welche davon helfen mir tatsächlich?
Auch das Erkennen typischer Denkweisen und Verhaltensmuster kann Bestandteil der kognitiven Verhaltenstherapie sein.

Konfrontation mit angstauslösenden Situationen

Ein wichtiges und gut untersuchtes Verfahren bei verschiedenen Angststörungen ist die Exposition.
Dabei setzen sich Betroffene therapeutisch begleitet mit Situationen oder Reizen auseinander, die Angst auslösen. Ziel ist es, neue Erfahrungen mit der gefürchteten Situation zu ermöglichen und andere Möglichkeiten des Umgangs damit zu entwickeln. Das Universitätsspital Zürich und die Universitären Psychiatrischen Dienste Bern führen Expositionsverfahren als Bestandteil der Behandlung von Angststörungen auf.
Wie eine solche Behandlung konkret gestaltet wird, hängt von der jeweiligen Angststörung und der individuellen Situation ab.
Es geht nicht darum, Menschen unvorbereitet mit ihrer grössten Angst zu konfrontieren. Diagnostik, Therapieplanung und therapeutische Begleitung spielen dabei eine wichtige Rolle.

Gedanken und Verhaltensmuster besser verstehen

In der kognitiven Verhaltenstherapie geht es unter anderem darum, typische Gedanken und Verhaltensweisen zu erkennen und zu überprüfen.
Menschen mit Angst interpretieren Situationen oder körperliche Wahrnehmungen möglicherweise auf eine Art, die ihre Angst verstärkt. Gemeinsam mit einer Therapeutin oder einem Therapeuten kann untersucht werden, welche Bewertungen eine Rolle spielen und welche alternativen Sichtweisen möglich sind.
Gleichzeitig wird betrachtet, welches Verhalten die Angst möglicherweise aufrechterhält. Dazu kann beispielsweise das wiederholte Vermeiden bestimmter Situationen gehören. Ziel ist es, neue Handlungsmöglichkeiten zu entwickeln.

Wieder handlungsfähiger werden

Ein wichtiger Bestandteil der psychologischen Begleitung kann darin bestehen, sich einer belastenden Situation nicht mehr vollkommen ausgeliefert zu fühlen.
Klientinnen und Klienten können lernen, eigene Reaktionen besser wahrzunehmen und Verhaltensmuster bewusster zu erkennen. Auch das Team der Praxis CareTeam beschreibt wiedergewonnene Handlungsfähigkeit als ein wichtiges Ziel der Begleitung.
Dabei geht es nicht darum, für jede Person dieselbe Lösung vorzugeben. Menschen unterscheiden sich in ihrer Lebensgeschichte, ihren Erfahrungen, ihren Ängsten und ihren Ressourcen. Entsprechend individuell sollte auch die therapeutische Arbeit gestaltet werden.

Wann sollte man sich Unterstützung suchen?

Nicht jede Angst benötigt eine Therapie. Angst gehört zum menschlichen Leben.
Professionelle Unterstützung kann jedoch sinnvoll sein, wenn Angst länger anhält, sehr stark wird oder das eigene Leben zunehmend beeinträchtigt.
Das kann beispielsweise der Fall sein, wenn Sie
  • bestimmte Situationen zunehmend vermeiden
  • wiederholt starke Angst oder Panikattacken erleben
  • ständig eine erneute Attacke befürchten
  • aufgrund Ihrer Angst Aktivitäten einschränken
  • soziale Kontakte vermeiden
  • unter starker körperlicher Anspannung leiden
  • Ihren Alltag wegen der Angst nur noch eingeschränkt bewältigen können
  • selbst keinen hilfreichen Umgang mit der Situation finden
Neue oder starke körperliche Beschwerden sollten medizinisch abgeklärt werden. Manche körperlichen Erkrankungen können ähnliche Symptome verursachen wie Angststörungen. Dazu können unter anderem Erkrankungen des Herz Kreislauf Systems und eine Schilddrüsenüberfunktion gehören.

Fazit

Angst verstehen und wieder mehr Handlungsspielraum gewinnen

Angst ist zunächst eine wichtige menschliche Schutzreaktion. Wenn sie jedoch unverhältnismässig stark wird, häufig auftritt oder den Alltag zunehmend einschränkt, kann professionelle Unterstützung sinnvoll sein.
Panik kann sich besonders intensiv körperlich zeigen. Herzrasen, Atemnot, Zittern, Schwindel oder Enge in der Brust können dazu führen, dass die Situation unmittelbar bedrohlich erscheint. Gleichzeitig können die Angst vor einer erneuten Attacke und zunehmendes Vermeidungsverhalten dazu führen, dass sich der persönliche Handlungsspielraum immer weiter verkleinert.
Psychotherapeutische Verfahren können dabei helfen, die eigenen Angstreaktionen besser zu verstehen und neue Möglichkeiten im Umgang mit ihnen zu entwickeln. Zu den wissenschaftlich gut gestützten Ansätzen gehören insbesondere die kognitive Verhaltenstherapie und Expositionsverfahren. Je nach individueller Situation können weitere therapeutische Ansätze ergänzend eingesetzt werden.
Wenn Angst oder Panik Ihren Alltag zunehmend einschränken, können Sie sich an die Praxis CareTeam in Basel wenden. Gemeinsam kann geklärt werden, welche Unterstützung zu Ihrer persönlichen Situation passt.

Die nächsten Schritte

Der erste Schritt ist oft der schwerste. Viele Menschen beschäftigen sich lange mit der Frage, ob sie wirklich Hilfe benötigen. Dabei muss niemand erst an seine Grenzen kommen, bevor eine Psychotherapie sinnvoll sein kann.
Starten Sie mit einem Kennenlerngespräch. Wir klären hier die Bereiche Ziele, Sicherheit und das Vorgehen. Danach entscheiden Sie in Ruhe, ob Sie dies mit uns umsetzen möchten.

Fragen und Antworten zu Angst und Panik

Was ist der Unterschied zwischen Angst und einer Panikattacke?
Warum verursacht Angst so starke körperliche Symptome?
Kann die Angst vor einer weiteren Panikattacke die Beschwerden verstärken?
Was hilft in der Psychotherapie bei Angst und Panik?
Wann sollte ich wegen Angst oder Panik professionelle Hilfe suchen?

Autor

Andreas Saladin
Praxisinhaber, lic. phil. Psychologe

Leben heisst Veränderung und Entwicklung. Viele Menschen durchleben schwierige Phasen im Laufe ihres Lebens; Zeiten die überfordern. In meinen Augen sind dies nicht Zeichen von Schwäche sondern ein Ausdruck von Menschlichkeit. Ich sehe mich als Wegbegleiter für solche anspruchsvolle Phasen und möchte Ihnen die Unterstützung bieten, die es Ihnen erlaubt, zu Ihrer Kraft, Zuversicht und Vertrauen zurück zu finden.
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